Bitte stehts mit dem notwendigen Respekt
Die Hochjagd ist vorbei und gerne …
… möchte ich dazu ein kurzes Fazit ziehen. Mit dem
Ergebnis der Hochjagd sind wir zufrieden. Die Hirschstrecke
ist zwar leicht tiefer als im Vorjahr, jedoch deutlich
über dem Mittel der letzten zwanzig Jahre. Rehe
wurden leicht mehr, Gämsen und Wildschweine etwas
weniger als im Vorjahr erlegt. Herzlichen Dank für euren
Einsatz. Um den Plan bei den weiblichen Tieren
zu erfüllen und die Zahl der Hirsche und Rehe an den
Winterlebensraum anzupassen, wird voraussichtlich in
allen Regionen eine Sonderjagd durchgeführt. So, wie
es aber aussieht, wird der Sonderjagdplan bei den Hirschen
Dank Eurem grossen Einsatz in den vergangenen
Jahren im Vergleich zu den Vorjahren erneut etwas tiefer
ausfallen. Mehr dazu im Bericht von Lukas Walser in
dieser Ausgabe. Die festgelegten Ziele gemäss Strategie
der Regierung Lebensraum Wald-Wild werden wir aber
weiterhin verfolgen.
Zur Regulation des Wolfsbestandes
Bedanken möchte ich mich bei Euch auch für Eure
Unterstützung bei der Regulation des Wolfsbestands
in Graubünden. Da sich in den vergangenen Jahren
gezeigt hat, dass sich die Jägerschaft ihrer Verantwortung
im Umgang mit dem Wolf bewusst ist, wurde sie
während der diesjährigen Hochjagd noch stärker in die
Wolfsregulation einbezogen. Nämlich für die Jungtierregulation
in allen Wolfsrudeln, in denen mehr als ein
Jungtier festgestellt werden konnte. Im September wurden
14 Wölfe erlegt, davon sieben durch die Jägerschaft.
Die entsptrechenden Jägerinnen und Jäger haben sich
gemäss Weisung korrekt verhalten und den Abschuss
jeweils umgehend der Wildhut gemeldet. Ab November
wird die Unterscheidung von Jungwölfen und adulten
Wölfen immer schwieriger. Deshalb ist für die Sonderjagd
vorgesehen, die Jägerschaft nur für den Abschuss
ganzer Wolfsrudel und verhaltensauffälliger Einzelwölfe
einzusetzen. Denn es soll mit dem Einbezug der
Jägerschaft in die Wolfsregulation weder das Ansehen
der Bündner Jagd noch deren anerkannte Rolle für die
Regulierung der Schalenwildbestände in Frage gestellt
werden. Mehr dazu im Bericht von Arno Puorger auf
Seite 16. Als negatives Beispiel ist die tote Wölfin in der
Val Poschiavo zu erwähnen, die am ersten Jagdtag mit
Schussverletzung aufgefunden wurde. Die Umstände
dieses Vorfalls werden von der örtlichen Wildhut in
Zusammenarbeit mit der Kantonspolizei Graubünden
ermittelt.
Sorgen bereitet mir eine zunehmende Entwicklung ...
… an negativen Vorfällen im Zusammenhang mit dem
Verhalten einzelner Jäger, aber auch ganzer Jagdgruppen
gegenüber anderen Jägern, nichtjagenden Personen,
dem Wild und auch gegenüber der Wildhut. In diesem
Jahr wurde das AJF auffällig viel mit Vorfällen konfrontiert,
bei welchen Jägerinnen und Jäger respektlos,
sicherheitsgefährdend oder einfach unüberlegt handelten.
Die Jagd hat mit der Regulierung der Wildbestände
einen gesetzlichen Auftrag, den es zu erfüllen gilt. Dieser
Auftrag muss aber stets mit dem nötigen Respekt
gegenüber dem Wild, anderen Jägerinnen und Jägern
und nichtjagenden Personen erfüllt werden. Neben dem
Einhalten der gesetzlichen Grundlagen braucht es für
eine gute Akzeptanz der Jagd bei jeder Jägerin und jedem
Jäger ein hohes Mass an Eigenverantwortung und
Sensibilität. Ist dies nicht der Fall, haben wir viel zu
verlieren, insbesondere unsere Glaubwürdigkeit.
Ich bedanke mich für Euren Einsatz und wünsche Euch
weiterhin viel Freude bei der Ausübung der verschiedenen
Jagden. In bocca d’luf! – In bocca al lupo!
Euer Jagdinspektor
Adrian Arquint
