Druck auf die Jägerschaft darf nicht zunehmen

Die vergangene Hochjagd im September war
in vielerlei Hinsicht speziell – vor allem wettertechnisch. Ich kann mich nicht erinnern, jemals eine Hochjagd erlebt zu haben, bei der die Schuhe kaum zu trocknen waren, dafür aber der Bedarf an verschwitzten Ersatzkleidern umso grösser war. Eine derart von schönem und trockenem Wetter geprägte Hochjagd habe ich, so meine ich, noch nie erlebt. Sonnencreme und Sonnenbrille gehörten dieses Jahr definitiv zur Grundausrüstung.

Trotzdem wäre es zu kurz gegriffen, die teilweise unbefriedigenden Abschusszahlen allein auf das Wetter zurückzuführen. Die Gründe dafür sind vielfältig und müssen sorgfältig analysiert werden. Gerade die regional teilweise sehr grossen Unterschiede bei der Hochjagdstrecke 2026 gilt es genauer zu betrachten. Wir müssen verstehen, welche Faktoren zu diesen Ergebnissen geführt haben und an welchen Stellschrauben wir künftig drehen müssen, um die richtigen Schlüsse für die kommenden Jahre zu ziehen.

Dabei ist mir eines besonders wichtig:
Der Druck auf die Jägerschaft, die vorgegebenen Abschusszahlen zu erfüllen, darf nicht weiter zunehmen. Zu viel Druck erzeugt Gegendruck und kann dazu führen, dass bei der Ausübung der Jagd Fehler passieren. Das darf nicht sein. Eine verantwortungsvolle Jagd braucht Augenmass, eine fundierte Grundlage für Entscheidungen und das Vertrauen in die Jägerschaft. Es geht nicht darum, vorschnell Schuldige zu suchen, sondern darum, die Situation sachlich zu beurteilen und gemeinsam tragfähige Lösungen zu finden.

Auch die Weiterentwicklung unseres Verbandes beschäftigt uns im Zentralvorstand intensiv. Insbesondere die Themen Professionalisierung und Digitalisierung stehen dabei im Fokus. Der erweiterte Zentralvorstand hat den Auftrag, bei den Sektionen deren Wünsche, Anliegen und Vorstellungen abzuholen. Diese Rückmeldungen sollen uns helfen, die zukünftige Stossrichtung unseres Verbandes festzulegen.

Die Gedanken und Ideen aus den Sektionen
sind für den Zentralvorstand von grosser Bedeutung. Denn nur wenn wir die Bedürfnisse unserer Mitglieder kennen und in unsere Überlegungen einbeziehen, können wir Lösungen erarbeiten, die breit abgestützt sind und von möglichst vielen mitgetragen werden. Gleichzeitig müssen wir realistisch bleiben: Nicht alles, was wünschenswert wäre, ist auch sinnvoll oder finanzierbar. Entscheidend ist, dass wir Lösungen finden, die einen echten Mehrwert bieten, im Alltag einen Nutzen bringen und für unseren Verband langfristig bezahlbar bleiben.

Ebenso wichtig sind mir die Leserbriefe und Rückmeldungen unserer Verbandsmitglieder.
Sie zeigen, was unsere Mitglieder bewegt, wo sie Handlungsbedarf sehen und welche Erwartungen sie an unseren Verband haben. Diese Meinungen zu kennen, ist wertvoll und gehört zu einer offenen Verbandskultur. Natürlich werden wir nicht jeden Wunsch erfüllen und nicht jedes Anliegen umsetzen können. Trotzdem verdient jedes Thema eine ernsthafte Auseinandersetzung. Eine sachliche Diskussion ist oft der erste Schritt, um unterschiedliche Sichtweisen besser zu verstehen und gemeinsam weiterzukommen. Unser Verband lebt von der Beteiligung seiner Mitglieder, vom offenen Austausch und von der Bereitschaft, auch unterschiedliche Meinungen zuzulassen. Diesen Weg wollen wir weitergehen – mit Weitblick, Augenmass und dem gemeinsamen Ziel, unsere Jagd und unseren Verband nachhaltig weiterzuentwickeln.

Geniesst die letzten schönen Tage des Spätherbstes, sammelt Kraft für die kommende Zeit und bleibt gesund. Ich freue mich auf die nächsten Begegnungen und den persönlichen Austausch mit euch.
Vielen Dank und Weidmannsheil.

Benjamin Hefti, euer Präsident

Kontakt:

Bündner Patentjäger Verband
Promenade 56B
7270 Davos Platz

Tel.: 081 511 60 10
E-Mail: info@bkpjv.ch

Die nächsten Termine:

22. Mai 2027 DV in Davos

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